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almasanta

Von Marlene | Veröffentlicht am: 11. Mai 2017

Spruced-Almasanta-Pop-Up-Shop-Berlin

Warum kaufe ich nicht öfter nachhaltige Mode?

Weil grüne Mode meist aus gewalktem Filz und so gar nicht sexy ist? Stimmt nicht. Stimmt schon seit Jahren nicht. Ich muss trotzdem erstmal überlegen, um auf Labels zu kommen, die sich für die nachhaltige Herstellung ihrer Mode einsetzen. Die Frage, warum viele Marken ihr Engagement noch immer nicht viel lauter hinausposaunen, müssen die zuständigen Marketing-Leute beantworten. Vielleicht liegt es ja daran, dass es auch die Marketingabteilungen kein Verkaufsargument darin sehen, dass etwas nachhaltig hergestellt wird. Klickt nicht genug, gefällt nicht genug, ist nicht Instagram-tauglich genug. Was auch alles nicht stimmt. Denn beim Überlegen kommt man dann auf Marken wie Filippa K. Wie Acne. Wie LemLem. Wie Edun. Wie Re/Done. Genau, die aktuell entsetzlich angesagten Jeans, die aus alten Levi’s neu zusammengenäht werden. Oder wie Serpui, deren handgefertigte Körbe und Basttaschen nicht nur den Accessoire-Trend dieses Sommers abhaken, sondern kunstvolle Unikate sind (wie man oben sieht). Die Taschen habe ich auf Almasanta entdeckt, einem neuen Onlineshop für sustainable luxury fashion. Wie auch die Kleider von Kalita. Die Jumpsuits von Sancia. Die Bikinis von Marysia. Ja, auch die: nachhaltig gefertigt. Und auffallend sexy.

Weil es zu mühsam ist, vor dem Kaufen erstmal zu recherchieren, wie Bio die Baumwolle und lokal die Herstellung ist? Ich renne fünf Mal die Woche in die LPG. Ich achte bei Beautyprodukten vermehrt auf die Inhaltsstoffe. Doch bei Mode ist meine Kaufentscheidung weitgehend unbelastet vom Gedanken daran, wie viel Wasser zum Beispiel verbraucht wird, um eine Jeans zu färben. Was mir schon beim Aufschreiben ein schlechtes Gewissen macht. Ich weiß trotzdem nicht, wie ich den Schritt vom schlechten Gewissen zum bewussterem Konsum mache. Die Gründerinnen von Almasanta, Claudia Magrina und Mercedes Escobar, haben sich ähnliche Gedanken gemacht und erleichtern ihren Kunden den Weg zum Beispiel damit, dass bei jedem Label gekennzeichnet ist, ob es unter Fair-Trade-Bedingungen hergestellt wird, aus natürlichen oder recycelten Materialien und in lokalen Werkstätten. Schritt 1.

Weil es zu teuer ist? Kurze Tour durch das Sortiment von Almasanta: Nö, ist es nicht. Jedenfalls zum überwiegenden Teil nicht teurer als das, was ich eh für Kleidung ausgebe. Einen zweiten Schritt Richtung Nachhaltigkeit habe ich in den letzten Jahren eh bereits unbewusst gemacht, denn ich kaufe schlicht weniger und habe so mehr Geld für einzelne Teile übrig. Das liegt einerseits daran, dass ich im Dauerfeuer von Instagram-Trends, Label-Hypes und einem Dutzend neuer Kollektionen pro Jahr von den einschlägigen spanischen Modeproduzenten allein aus Trotz immer mehr in Deckung gehe (auch wenn nicht so tun kann, als würde ich nicht auch mal Zara und H&M zuschlagen). Und andererseits daran, dass ich kaum noch Lust auf Teile habe, die beim ersten Waschen die Form verlieren. Ist es also nicht vielmehr ein Argument, ein T-Shirt gerade nicht zu kaufen, wenn es nur fünf Euro kostet? Ich freue mich jedenfalls viel mehr über etwas, dass ich in fünf Jahren noch tragen mag, weil die Qualität es trägt.

Weil die Sachen schwer zu finden sind? Beantwortet sich durch diesen Post irgendwie selbst.

Je mehr ich über Almasanta erfahre – zum Beispiel über die zu 100 Prozent aus recyceltem Material hergestellte Verspackung, die Spenden vom Umsatz an gemeinnützige Organisationen, den CO2-neutralen Versand… –, umso mehr gefällt mir das Konzept und der Überzeugung, was Mode sein kann. Und euch ja vielleicht auch.

Das Sortiment kann man sich ab heute übrigens auch im Pop-up-Shop in Berlin anschauen.

 

Almasanta Pop-Up Shop
Auguststraße 22
10117 Berlin
Donnerstag, 11 Mai: 12 – 20 Uhr
Freitag, 12. Mai und Samstag, 13. Mai: 11 – 19 Uhr

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  1. Von studio visit || nobi talai | spruced am 12. Mai 2017 um 10:48

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