spruced by marlene

Von Marlene | Veröffentlicht am: 17. Oktober 2014

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Ich räume gerade meine Kleiderschrank auf. Besser gesagt: aus. Es fing damit an, dass ich eigentlich das Gegenteil wollte: endlich wieder andere Sachen tragen als die gleichen zehn ollen Teile, die mich durch die Schwangerschaft und die Monate danach begleitet haben. Ich hatte plötzlich irre Lust, zu shoppen und mich völlig neu einzukleiden. Trotzdem wollte ich erstmal sehen, was mein Kleiderschrank neben der Umstandsmodenschublade noch so hergab (Schwangerschaft = Gedächtnisverlust). Tatsächlich konnte ich mich an einiges, was ich aus der Garderobe zog, überhaupt nicht mehr erinnern. Peinlich, aber in manchen Teilen hingen noch die Preisschilder. Zweite Überraschung, weitreichender: die Teile, die ich wirklich wieder anziehen wollte, ergaben einen recht überschaubaren Haufen Kleidung. Also habe ich mich gefragt: Was brauche ich wirklich? Was passt noch von den Sachen, die ich habe (und nicht nur im Sinn von: über meine Oberschenkel)? Wer zum Teufel ist die Frau, die für mich zehn graue Sweatshirts gekauft hat?

Und ich habe mich gefragt, wie ich einkaufe. Manchmal ist die Antwort ganz einfach, weil mag, wie etwas an mir aussieht und wie ich mich darin fühle. Das erklärt auch die zehn grauen Sweatshirts (von denen ich drei wirklich brauche. Schön, vier). Nur eben nicht immer. Ein Kleid war eine Belohnung für eine harte Woche im Krankenhaus, die Stilettos habe ich aus London mitgebracht, denn aus London muss man schließlich was mitbringen, die Schlaghose gefiel mir an einer anderen so gut, dass ich sie unbedingt auch brauchte. Oft genug war der Grund, dass ich einfach etwas Neues wollte. Fast erwartbar, dass ich diese Teile am wenigsten oder nie trage.

Wenn ich jetzt den Überschuss verschenkt und verkauft habe, und bevor der kleine Kleiderhaufen wieder größer wird, habe ich mir vorgenommen, wieder mehr darüber nachzudenken, wofür ich mein Geld ausgeben will.

Vielleicht finde ich deshalb gerade so spannend, was die Journalistin Alex Bohn auf Fair-a-porter macht. Der Titel der Webseite ist Programm. Es geht um fair produzierte Mode und mich erstaunt, wie viel schöne und bezahlbare es davon gibt. Es geht aber auch darum, wie wir konsumieren, was man anders machen kann (oder sogar sollte) – ohne dabei auf den Spaß an Mode zu verzichten.

Aber das kann sie am besten selbst erklären.

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luxsit hydrating serum

Von Marlene | Veröffentlicht am: 13. Oktober 2014

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Jedes Kompliment, das ich in den letzten neun Monaten für meine gute Haut bekommen habe, ging direkt weiter an dieses Fläschchen „Hydrating Serum“ von Luxsit. Entdeckt habe ich es, als ich eigentlich ein Geschenk für jemand anderen suchte. Ein ach-egal-warum-schenk-ich-mir-nicht-auch-selbst-etwas Kauf. Den ich keine Sekunde bereut habe. Ich nehme nur ein paar Tropfen davon zu meiner normalen Tagescreme und die reichen, um meine Haut rosig und frisch wirken zu lassen, selbst dann, wenn ich nachts nur ein paar Stunden geschlafen habe. So viel Magie hat einen Preis. Allerdings hat das Serum auch neun Monate gehalten, das war’s mir wert.

„Hydrating Serum“ von Luxsit, über Wheadon, einem Lieblings-Beautyladen in Berlin.

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the bread exchange

Von Marlene | Veröffentlicht am: 10. Oktober 2014

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Als ich mit Malin getroffen habe, um mir ihr Buch anzuschauen, zeigte sie mir ein kleines Video, dass sie mit ihrem Handy in Kabul aufgenommen hatte. Darin sieht man zwei ältere afghanische Frauen in einer Bäckerei, die in einem Tandoor-Ofen Brot zubereiten, für das Malin den Teig mitgebracht hat. Sie wirken sehr konzentriert, schnattern bei der Arbeit vor sich hin, und zwischendrin hört man Malins aufgeregte Stimme im Hintergrund.

„The Bread Exchange“ ist wie dieser Moment: neugierig, vertraut, liebevoll. Es feiert die Freude am Essen. Ja, am Essen, nicht nur am Brot. Obwohl es für Malin damit anfing.

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studio visit: originol

Von Marlene | Veröffentlicht am: 6. Oktober 2014

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„Wann kann ich einziehen?“

…war meine erste Frage an Julie, als ich sie bei Originol in Hamburg besucht habe. Wohnen kann man in ihrem Showroom zwar leider nicht. Dafür die eigene Wohnung sehr schön aufmöbeln. Bei Originol findet man Accessoires aus Südafrika, die Julie dort während ihres Studiums und bei vielen Besuchen danach, entdeckt hat. Das Design ist null Klischee und trotzdem, wie Julie sagt, voll südafrikanisch, etwa die landestypischen Prints oder die Verarbeitung von örtlich angebauter Baumwolle. Ich hab mich bei meinem Besuch schwer in die feinen Porzellanvasen von FH Porcelain verguckt. Ebenfalls auf der Wunschliste: eine Tagesdecke von Mungo.

Die andere Hälfte von Originol sind Vintage-Möbel, denen Julie zusammen mit ihrer besseren Hälfte Pascal, der seine Schreinerei direkt nebenan hat, neuen Glanz gibt. Die Stücke kommen vor allem aus der Mitte des letzten Jahrhunderts und werden von den beiden zeitgemäß hergerichtet. Da bekommt eine wuchtige Telefonbank einen Neonanstrich, ein Teak-Sideboard wird mit minzgrünem Linoleum verkleidet, ein verstaubter Ohrensessel mit einem Kelimstoff bezogen. Alles sieht so gut und frisch aus, und ist so perfekt gearbeitet, dass es sich lohnt, darauf zu sparen. Obwohl man auch in ein echtes, ähem, Originol investieren kann. Julie und Pascal bieten nämlich an, dass man eigene Möbelstücke bei ihnen vorbei bringt und gemeinsam etwas Neues daraus entwirft.

Wer nicht zufällig in Hamburg wohnt, oder auch wer dort wohnt, kann die Accessoires hier im Onlineshop kaufen. Mehr Möbel seht ihr hier. Und hier ist der Kontakt zum Customizing Service.

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okka’s book

Von Marlene | Veröffentlicht am: 1. Oktober 2014

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Ich durfte Okkas Buch „Völlig fertig und irre glücklich: Meine ersten Jahre als Mutter“ vorab lesen als ich hochschwanger war. Sie weiß es gar nicht, glaube ich, was für eine Freude sie mir damit gemacht hat. Ich hab mich jedenfalls zwei Tage lang im Wohnzimmer damit eingesperrt und mich eigentlich nur von der Stelle bewegt, um noch mehr Salzige Heringe zu holen. Und Taschentücher. Verdammt, musste ich beim Lesen immer wieder weinen, weil es so wahr ist was sie schreibt. Und laut lachen, weil es so wahr ist was sie schreibt. Wenn James zwischendrin mal ins Zimmer kam, habe ich gerufen: „Ich bin nicht die Einzige, der es so geht!“ Von allen Büchern, die ich zum Thema Schwangerschaft und Erziehung gekauft oder bekommen habe, ist Okkas das einzige, das ich wirklich gelesen habe. Es steht kein einziger Tipp darin, was man während der Schwangerschaft essen darf, oder wie man sein Baby zum Schlafen bringt, oder welches Spielzeug das Kind zum Nuklearphysiker macht. Sie hat einfach aufgeschrieben wie das so ist, mit den Fragen, der Freude, den absurden Essensgelüsten, die man in der Schwangerschaft hat (ich wiederhole: Salzige Heringe). Und damit habe ich mich besser vorbereitet gefühlt auf das Muttersein als mit jedem Ratgeber. Dieses Buch ist nachdenklich und schlau, es tröstet und muntert auf, es sagt: Es ist total in Ordnung nicht alles zu wissen und überfordert zu sein, auch mal schlechte Laune zu haben und sich trotzdem immer wieder über das große Glück zu freuen, ein Kind zu bekommen. Mit all dem habe ich mich weniger allein gefühlt. Und das ist ein echtes Geschenk. Danke, Okka.

„Völlig fertig und irre glücklich: Meine ersten Jahre als Mutter“ ist erschienen bei rororo und gibt es ab heute z.B. hier zu kaufen.