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Home Story || Unser Familienzimmer

Von Marlene | Veröffentlicht am: 9. Oktober 2019

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Letzten Freitagmorgen stand ich aufgeregt an der Supermarktkasse, zwei Ausgaben der neuen Couch in der Hand, in der unsere Home Story erschienen ist.

Freitagnachmittag standen wir im Baumarkt, um Sperrholzplatten und Winkel für zwei DIYs zu besorgen (nebenbei: Es heißt ja immer, dass IKEA der wahre Test für jede Beziehung ist. Ich glaube: Der Grund, warum James und ich einander noch immer mögen, ist, dass wir gerne zusammen in den Baumarkt gehen. Schön, einer der Gründe).

Mit dem Einrichten ist man halt nie fertig. Gelegentlich nervt mich das – wenn etwa die angefangen DIY-Projekte über Monate, ach, Jahre rumstehen. Aber eigentlich liebe ich es, dass sich die Wohnung immer wieder verändern kann und die Einrichtung mit uns wächst.

Da für die Home Story so viele Bilder entstanden sind, die teilweise nicht gedruckt wurden (und wir vermutlich erst in drei Jahren wieder die Energie und Zeit haben, es hier Home Story-tauglich aufzuräumen), dachte ich, ich zeige euch unsere Wohnung auch hier noch einmal Zimmer für Zimmer – angefangen mit dem Familienzimmer – und erzähle ein bisschen darüber, warum wir sie so eingerichtet haben wie wir sie eben eingerichtet haben.

// Fachleute sprechen vermutlich davon, „das Potenzial“ einer Wohnung zu erkennen. Als wir beschlossen hatten, dass wir gerne kaufen würden – was überhaupt nur durch ein vorgezogenes Erbe und ein nicht gerade kleines Darlehen möglich war –, hatte für uns erstmal alles Potenzial, was wir uns leisten konnten. Als wir mit circa 25 anderen beim Besichtigungstermin erschienen, hatten wie keine Fragen vorbereitet wie „Ist der Energieausweis aktuell?“ oder „Ham Sie hier schon mal einen Statiker durchgeschickt?“ Wir standen auf der Baustelle vor dem Erkerfenster und dachten beide: Das Licht. Dieses Licht. So viel Licht! Die Böden waren uralt, es gab keine Heizungen, die Wände waren krumm und schief, aber die Wohnung war in unserem Wunschkiez und wir konnten uns vorstellen wie es hier mal aussehen könnte. Als es dann tatsächlich geklappt hat und wir überlegen mussten, wie wir renovieren, war eines gleich klar: dieses Licht würde den Weg leuchten (was wir beim Kaufen/Renovieren unter anderem alles über Energieausweise, Darlehensverträge und Dämmungen gelernt haben, ist viel zu lang für diesen Beitrag. Aber wenn’s euch interessiert, schreibe ich das gerne mal auf). Um die Helligkeit einzufangen und zu reflektieren, haben wir das Familienzimmer, wie auch alle anderen Zimmer, Weiß streichen lassen. Übrigens entgegen des Ratschlags der Handwerker, die sagten, Weiß würde so schnell schmuddelig aussehen. Dazu sage ich: Jooooaaaaa, in ein, zwei Jahren werden wir tatsächlich durchstreichen müssen. Andererseits: Bei farbigen Wänden wäre es nicht anders.

// Man kann seine Meinung ändern. Als nach drei (!) Jahren der letzte Umzugskarton ausgepackt war und alle Möbel am richtigen Platz standen, stellte sich heraus: Verdammt, jetzt wo’s so aufgeräumt ist, sieht der weiße Flur mit dem großen weißen Schrank aus wie der Eingangsbereich einer Arztpraxis. Also haben wir den Flur doch noch mal anders gestrichen. Das zarte Graubraun – Rolling Fog von LITTLE GREENE – schafft nebenbei eine Verbindung zwischen lichter, grauer Küche und dem fensterlosen Flurbereich, und ist ein schöner Kontrast zu den weißen Türen.

// Apropos großer Schrank. Wir haben von Anfang an viel Stauraum eingeplant. Es gibt in der Wohnung keine Abstellkammer (haben wir eingerissen, um Platz für die Küche zu machen, siehe „Vorher“-Bilder unten) und das zur Wohnung gehörige Kellerabteil eignet sich nicht dazu, Wertvolles zu lagern. Zudem ist das Familienzimmer ein großer, offener Bereich, in dem unser Leben stattfindet. Da das oft chaotisch genug ist, war es uns wichtig, dass wir den Alltagskrempel schnell verschwinden lassen können – vom Staubsauger über die Steuerunterlagen bis zum Spielzeug. Auch bei einigen der Möbel haben wir praktisch gedacht, und dennoch Schönes gefunden, wie die mobilen Beistelltische von MYCS oder das pflegeleichte Sideboard von IKEA.

// Ich habe Pinterest/Interior Magazine/Instagram in den letzten Jahren als Inspirationsquelle mindestens so sehr geliebt wie darüber geflucht, weil: So. Viele. Möglichkeiten. Küche: Grau, nein, Schwarz, nein, Grau. Sofa: blauer Samt sieht großartig aus, aber für die nächsten zehn Jahre? Böden: lackieren, wachsen, weißen – ich weiß es einfach niiiicht. Immer, wenn ich bei der Recherche plötzlich wieder drei Stunden damit verbracht hatte, diese mit jenen und solchen Türgriffen zu vergleichen, habe ich versucht, mich an das zu erinnern, wozu wir uns intuitiv hingezogen fühlten: Klare Linien, Naturmaterialien, helle Töne. An eine Stimmung zu denken, in der wir gerne leben wollen, hat oft mehr geholfen als eine Fotovorlage. (Das blaue Sofa von FORMEL A haben wir dennoch keine Sekunde bereut, auch weil der Möbelvelours so erstaunlich pflegeleicht ist – ja, ich habe das Wort pflegeleicht verwendet. So sprechen Mütter von Kleinkindern. Den Stuhl von BOLIA, den wir fürs Shooting geliehen hatten, um ihn vor dem Kauf zu testen, haben wir dagegen zurückgebracht – wunderschön, aber nicht der Passende für uns. Und über die Subway-Tiles würde ich heute auch noch mal nachdenken – ich hab mich ein wenig dran übersehen).

// Küche, Sofa, Esstisch – das sind große Entscheidungen, die oft mit einem großen Geldbetrag verbunden sind. Wir haben dennoch versucht, das meiste aus unserem Budget zu machen, indem wir beispielsweise angespart, auf Sales gewartet oder selbst gebaut haben. Mein Lieblingstrick, um Massenmöbel wie Maßanfertigung wirken zu lassen: streichen und mit hochwertigen Details verfeinern. Die Küchenzeile haben wir in French Grey Pale von LITTLE GREENE ansprühen lassen (wir haben vieles selbst gestrichen, um Geld zu sparen, aber das war ein Job für Profis) und mit Griffen von SUPERFRONT ausgestattet. Die Griffe für das Sideboard hat James aus Lederresten selbst gemacht, die Füße haben wir mit Messinglack angesprüht, weil uns echtes Messing zu teuer war. Die anfangs erwähnten Sperrholzplatten werden wir wachsen und auf die Sideboards montieren, um eine Unterbrechung zwischen Sideboard und Wand zu schaffen.

// Was wir nicht finden konnten, haben wir selbst gebaut. Das ist überzogen einfach zusammengefasst, aber dank DIYs haben wir bei den Möbeln keine Kompromisse gemacht. Ich sehe absolut ein, dass es hilfreich ist, wenn der Mann Designer und man selbst handwerklich zumindest nicht unbegabt ist. Aber der Esstisch ist beispielsweise ein Klacks, versprochen. Ich habe vor Jahren mal eine Bauanleitung dazu auf Ohhhmhhh geschrieben, hier zu lesen. Auch die Sitzbank (und die Garderobe, die zeige ich euch bei Gelegenheit) hat James selbst entworfen und gebaut. Interessiert ihr euch für eine Anleitung? Das allerdings vorab: Man muss für die Konstruktion einen tüchtigen Metallarbeiter kennen.

// Noch mal zurück zur großen Sofa-Frage. Blau und Samt ist tatsächlich eine… Entscheidung. Aber! Da die übrige Einrichtung so neutral gehalten ist, eine gern gemachte. Noch ein Tipp, falls man eine Farbe so sehr liebt wie ich Blau: Das tiefe Mitternachtsblau der Couch gab den Ton an, taucht aber nur in anderen Schattierungen – türkise Lampe, rauchblaue Glasvasen, Royalblau auf einem Poster etc. –  im Rest der Wohnung auf. So entsteht eine beruhigende Farbwelt, die das Auge nicht überfordert.

// Minimalistisch, aber nicht steril. Das war das Vorhaben. Und ich glaube, es ist gelungen, weil wir mit Materalien und Strukturen herumprobiert und so harmonische Kontraste geschaffen haben – Samtsofa zu Juteteppich, Glasvasen neben Keramik, Erdtöne zu Pastellnuancen.

// Pflanzen machen Räume sofort wohnlicher, gemütlicher und lebendiger – wenn man es schafft, sie am Leben zu halten. Das gelang mir lange nicht, doch der chinesische Geldbaum hat sich als ziemlich unzerstörbar erwiesen, ebenso der gute alte Gummibaum und meine selbst gezogenen Avocados. Sehr kapriziös dagegen, wenn auch wahnsinnig schön: die Geigenfeige, von der nur noch ein Ableger übrig ist.

// Geduld, Geduld, Geduld haben. Einrichten kommt mir oft vor wie ein 1.000 Teile Puzzle: Zur Orientierung muss man erstmal den Rahmen legen, also die großen Möbelstücke verteilen, erst dann sollte man sich das Kleinteilige vornehmen (und ich sage das im vollen Bewusstsein meiner Vorliebe dafür, stundenlang Glasvasen in Onlineshops anzugucken statt große Entscheidungen zu treffen). Zwischendrin kann man schon mal die Orientierung verlieren, aber ein Teil gibt immer das nächste vor und am Ende fügt sich alles perfekt zusammen. Wobei: Und das ist dann ganz anders als beim Puzzle – es muss gar nicht perfekt passen. Nur zu einem selbst.

So schaut’s also bei uns aus. Fehlen noch: ein runder Teppich vor der Couch, nachdem der IKEA-Teppich unter den Esstisch gewandert ist. Ein neuer Bezug für einen Teak-Stuhl, der aus dem Schlafzimmer zurück in dieses Zimmer zieht. Eine Pinnwand für den Flur. Mehr Bilder für die Wände…

VORHER

NACHHER

VORHER

NACHHER

VORHER

NACHHER

Woher?

Esstischbereich

Esstisch: Tischbeine Loop von HAY plus Tischplatte von HOLZ POSSLING, auf Ohhhmhhh gibt es dazu ein ausführliches DIY | Stühle: Vintage via MAGASIN BERLIN | Bank: DIY | Bilderrahmen: aus Eiche von GRANIT | Print: von ALEXANDRIA COE via PARTNERSHIP EDITIONS | Vase: von LYNGBY | Pendelleuchte: Piper von BOLIA | Schaffell: Skold von IKEA | Kinderstuhl: Tripp Trapp von STOKKE

Küchenbereich

Fronten: Veddinge von IKEA, gestrichen in French Pale Grey von LITTLE GREENE | Arbeitsplatte: Oxsten aus Steinkomposit von IKEA | Griffe: Holy Wafer in Messing von SUPERFRONT | Fliesenspiegel: Subway Tiles von BERLINER FLIESENMARKT | Schneidebretter: von TING | Holzschemel: Bekväm von IKEA | Karaffe: Areia von MOTEL A MIIO | Lampen: Amp in Grün/Gold von NORMANN COPENHAGEN | Flickenteppiche: IKEA, nicht mehr erhältlich | Großer Teppich: Lohals von IKEA | Print: Learning from Japan von Design Museum Danmark via PLAKATEN

Sofabereich

Sofa: A Sofa von Sigurd Larsen, Bezug Dark Blue in Velours, für FORMEL A | Kissen: aus Samt, in diversen Farben erhältlich, hier in Orange und Hellgrau von H&M | Kissen: in Petrol von BOLIA | Kissen: Fan von BOLIA| Beistelltische: Eclypse aus Eiche von MYCS | Sessel: Betty von BOLIA | Print: Golden Field von Silke Bonde via POSTER CLUB

Sideboardbereich

Sideboard: Bestå von IKEA | Griffe und Füße: DIY | Lampe: Note von HOUSE DOCTOR | Graue Blumentöpfe: Como, hier in Grün, von H. SKJALM P. | Weiße Blumentöpfe: Arild von BROSTE COPENHAGEN | Glasvasen: Vintage | Print: Copenhagen Jazz Festival von CHRISTIANE SPANGSBERG | Print: Flowerworks 1 von SARAH ILLENBERGER | CD-Spieler + Radio: von MUJI

Dieser Beitrag enthält Marken- und Produktnennungen und gilt damit als WERBUNG. Ebenfalls enthalten sind Affiliate Links, was bedeutet, dass ich an jedem Kauf, der über einen der Links getätigt wird, eine kleine Provision verdiene. Alle gezeigten Produkte sind eine persönliche und unabhängige Auswahl. Die oben vorgestellten Produkte sind selbst gekauft, mit einer Ausnahme: Die Farbe „Rolling Fog“ wurde uns von Little Greene kostenlos zur Verfügung gestellt.

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4 Kommentare

  1. Uli
    Posted 11. Oktober 2019 at 00:29 | Permalink

    sehr toll, sehr schön

  2. Lucy
    Posted 11. Oktober 2019 at 11:44 | Permalink

    Liebe Marlene,

    was für ein toller und ausführlicher Bericht.
    Kannst du etwas zur Qualität deines Sofas sagen? Das Sofa sieht super aus aber ich hab schon oft die Erfahrung gemacht das die Qualität nach einigen Monaten stark nachlasst. Freu mich über ein kurzes Feedback.

    • Marlene
      Posted 11. Oktober 2019 at 12:50 | Permalink

      Liebe Lucy, freut mich, dass Dir der Artikel gefällt, vielen Dank! Kann ich sogar sehr gerne. Als wir das Sofa damals gekauft haben, hatte ich große Zweifel, ob der Samtbezug den Familienalltag mit einem Kleinkind mitmachen würde. Wir haben es trotzdem gewagt, weil wir uns so sehr in das Sofa verguckt hatten. Und ich muss sagen: Diese Art von Möbelvelours ist sooooo dankbar. Keine Flecken bisher, die man nicht rausbekäme. Und die Konstruktion/Stabilität/Beschaffenheit und Qualität der Polster und Kissen finde ich einwandfrei. Ich kann das Sofa also wirklich empfehlen. Liebe Grüße!

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